Wie der Titel schon vorwegnimmt, habe ich die Uni bis auf ein paar kleine Formalitäten und bürokratische Hürden abgeschlossen und genieße seit drei Wochen das Leben als Praktikant.
Weiterhin habe ich bisher mein Visum verlängert und Flüge umgebucht, so dass es jetzt heißt: die Tage in Shanghai sind gezählt! - und das sehe ich mit einer Mischung aus Wehmut und Freude.
Viele Freunde sowohl deutscher, belgischer oder auch französischer Herkunft fliegen jedoch bald zurück oder haben schon Adieu gesagt, und so nimmt mich die Aufbruchsstimmung auch langsam mit. Was nicht heißen soll, dass ich die verbliebene Zeit nicht aus vollen Zügen genießen möchte!
Wie erwähnt habe ich das große Glück, in Shanghai ein Praktikum machen zu können. Ich bin in der Controlling Abteilung von Siemens beschäftigt. Bisher bin ich damit prinzipiell sehr zufrieden. Ich denke es gehört dazu, mal Reports und Budgets erstellt zu haben, mit SAP rumzuwerkeln oder sich mit der Balanced Scorecard zu beschäftigen. Das schätze ich sehr!
Was mich hingegen eher nervt, ist, dass der Abteilungsleiter Controlling nach 3 und die für mich zuständige Mitarbeiterin nach 6 Tagen in ihre Geburtsstädte gefahren sind um dort das für Chinesen wichtigste Fest zu feiern: Chinese New Year (26.Januar). Auf diesem Bild sieht man eine Glaskuppel eines Einkaufszentrums in Xujiahui mit Lampion-Schmuck für das Neujahrsfest in China.

Daneben hatte ich noch das Glück, die Jahresabschlussfeier von Siemens Shanghai zu besuchen und mit der Geschäftsführung auf einen Schoppen zu gehen. Oder mit der Belegschaft Karaoke zu singen. Am interessantesten ist hierbei: 95% aller Mitarbeiter in der Firma sind Chinesen! Und können Gott sei Dank zu 80% ziemlich gut Englisch. Nun habe ich eine Woche Urlaub, in welcher ich hauptsächlich mit Freunden etwas unternehmen möchte - solange sie eben noch da sind.
Wie der Titel oben suggeriert gab es in letzter Zeit, vor allem um den 25. und 29. Januar, unruhige Nächte in Shanghai. Der Grund? Chinese New Year! Das chinesische Neujahrsfest wird als der wichtigste chinesische Feiertag erachtet und leitet nach dem chinesischen Kalender das neue Jahr ein. Er liegt aber mittlerweile weder in derVolksrepublik China noch in der Republik China am eigentlichen Jahresanfang, da in beiden Ländern seit Anfang des 20. Jahrhunderts dergregorianische Kalender verwendet wird.
Da in Shanghai nun wirklich keine Knappheit an Feuerwerkskörpern herrscht (an jeder Ecke kann man die teils Bierkasten-großen Batterien kaufen), wird hier geschossen was das Zeug hält. Kriegszustand also (fast). Zumindest hat man den Eindruck.
Dieser wird durch die dicken Rauchschwaden, die dann durch die Stadt ziehen, den strengen Geruch nach Schwarzpulver und die nicht erhebliche Verschmutzung von Plätzen, Gehsteigen, Straßen, etc. nur verstärkt. Aber jeder Chinese hat wohl seinen Spaß dran. Ich auch.
Die in China zum Verkauf angebotenen Böller und Batterien würden wohl in Deutschland kaum zugelassen und kommen einer "Mao-Orgel" gleich. Ganz fies ist eine Art von Feuerwerk: zuerst wird der Böller mit einem lauten Knall ungefähr 3 Meter in die Luft geschossen, wo er dann noch mit viel größerem Getöse explodiert. Das kann einem wirklich den Schlaf rauben!
Nachdem wir (Hans, Henning und Konsorten) uns die "Offensive" in unserem Compound angesehen haben, sind wir noch zum Bund gefahren um pünktlich um 12 Uhr Mitternacht das große Feuerwerk zu begutachten. Und zurück zu schießen. Wir haben uns selber einen Strang Böller gekauft, den wir direkt auf der Uferpromenade des Bunds gezündet haben.
Achja, einen kleinen Heißluftballon haben wir auch noch gestartet. Das ist hier in China Gang und Gebe. Die etwa Müllbeutel-großen Heißluftballons steigen auch erstaunlich hoch und wirken am Nachhimmel wie kleine Sterne. Romantisch.
Eine sehr interessante und spaßige Angelegenheit also.
P.S.: Es sei noch angemerkt, dass ich mich immer über Kommentare freue! Diese sind nun ohne Anmelden oder Einloggen möglich.

1 Kommentare:
Hey Martin,
das klingt ja recht interessant - ich hoff, Du wirst nicht gleich von Siemens Shanghai übernommen!
Bis bald in der Heimat,
Pete
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